Traumatherapie / Traumapsychotherapie
Die Psychotherapie der Folgen traumatischer Lebensereignisse wird nach dem Modell der Körper-, Ressourcen- und Systemorientierten Traumatherapie (KReST-Modell) durchgeführt. In diesem Ansatz werden aktuelle Erkenntnisse der Neuropsychotherapie, Bindungsforschung, kognitiven Verhaltenstherapie, systemischen Therapie und Tiefenpsychologie sowie körperorientierte Verfahren kombiniert.
Die Therapie erfolgt in 4 Phasen:
- Diagnostik und Modellvermittlung:
Nach einer ausführlichen Diagnostik bekommt die Patientin / der Patient Informationen über die psychischen Folgen traumatischer Lebensereignisse aus denen ein Modell erarbeitet wird, das aktuelle Beschwerden als normale Folgen unnormaler Erlebnisse begreifbar machen kann.
- Stabilisierung:
Je nach Art und Schwere der traumatischen Erfahrungen schließt sich eine kürzere oder längere Stabilisierungsphase an. In imaginativen Techniken lernt die Patientin / der Patient, ein Gefühl innerer Sicherheit herzustellen, mit belastenden Bildern, Gefühlen und Gedanken umzugehen. In diesem Schritt erfolgt eine intensive Arbeit an eigenen Stärken und positiven Lebensereignissen. Insgesamt werden hier die Werkzeuge erarbeitet, mit denen man sich dann den belastenden Erfahrungen nähern kann.
- Traumasynthese:
Hier geht es darum, sich mittels Screen-Technik oder EMDR in der schützenden Atmosphäre des therapeutischen Settings in einer stabilisierenden und selbstwertstärkenden Weise die traumatischen Erlebnisse aus sicherer Distanz noch einmal anzuschauen und dabei Erinnerungssplitter (Bilder, Gedanken, Bewertungen, Gefühle, Körpersensationen) so zu integrieren, dass eine Neubewertung und ein Einsortieren der traumatischen Erlebnisse möglich wird.
- Trauer und Neuorientierung:
In dieser letzten Phase geht es einerseits darum, Abschied zu nehmen von Menschen, die sie vielleicht verloren haben oder von früheren Lebenszuständen, die sie in positiver Weise erlebt haben oder die ihnen vielleicht auch verwehrt geblieben sind. Andererseits geht es darum, aus dieser Trauer heraus eine neue Orientierung und Perspektive für ihr weiteres Leben zu entwickeln und dabei die Erfahrung der Überwindung des Traumas als stärkenden Faktor zu nutzen.